übersetzungsgerechtes Schreiben
Spart Zeit und Geld!

Texte?haben nicht mehr?nur Verwendung in?ihrer?Ausgangssprache, sondern dienen?auch?als Grundlage für übersetzungen in verschiedene Sprachen. Daher ist das Thema übersetzungsgerechtes, verst?ndliches und?konsistentes?Schreiben sehr wichtig. Schon beim?Kreieren?des Ausgangsdokuments kann man?Einiges?tun, um den Vorbereitungsaufwand für die übersetzung mit Translation Memory Systemen zu beeinflussen und für schnellere Bearbeitungszeiten sowie?Wiederverwendbarkeit zu sorgen.?

1. Formatierung?

  1. Beim Layout?sollte genügend?Platz für den übersetzten Text?gelassen werden, der in den meisten F?llen l?nger wird. Sprachen wie Franz?sisch, Spanisch, Portugiesisch und Italienisch, aber auch Polnisch, Russisch, Kroatisch, Serbisch usw.?werden?beispielsweise im Vergleich?zu?den gleichen englischen Inhalten erheblich l?nger. Daher passt der übersetzte Text in vielen F?llen vielleicht nicht mehr?exakt?in das vorhandene Layout.??
  2. Text auf Bildern?wie?jpg,?png?und?tiff?sollte?vermieden werden, da er nicht?automatisch?für die?übersetzung extrahiert?wird. Beim Generieren der zu übersetzenden Inhalte sollten?InDesign, Word?usw.?genutzt?werden und?nicht die Textfunktionen von Grafikanwendungen wie Adobe Illustrator oder Photoshop.?Die Grafikanwendung?sollte?nur für die visuellen Inhalte?verwendet werden.?
  3. Die korrekte Segmentbildung?in der übersetzungsumgebung?h?ngt mit der Formatierung der Ausgangsdokumente zusammen.?Ein harter Zeilenumbruch sollte nur dann?zum Einsatz kommen, wenn tats?chlich ein neuer Absatz beginnt. Der Zeilenumbruch wird vom CATTool als Segmentende interpretiert und führt zu einer falschen Segmentierung. Ein weicher oder ein manueller Zeilenumbruch werden?standardm??ig?nicht als Segmentende erkannt. Manuelle und weiche Zeilenumbrüche müssen noch vor der übersetzung?von Hand?nachbearbeitet werden.?
  4. Manuelle Formatierungen beim Layout?sollten auf?ein?Minimum?reduziert?und stattdessen?Formatvorlagen?verwendet werden.?Texteinzüge?sollten?nicht?mit?Leerzeichen oder Tabulatorzeichen?gemacht werden, sondern wenn m?glich?mit Hilfe von?Formatvorlagen mit automatischem Einzug.?
  5. Immer, wenn m?glich, sollten?die offenen Formate?in?das Hauptdokument?eingebettet werden, denn diese?k?nnen?in den meisten F?llen in den übersetzungseditor importiert werden.?
  6. Tabellarische Strukturen?sollten?als Tabelle?erzeugt werden?und?nicht durch Leerzeichen oder Tabulatoren.?

2. Schreibregeln?

Verst?ndliche Texte sind einfacher zu übersetzen.?Ganz gleich, ob?sie?vom Menschen oder?einer?Maschine?übersetzt werden. In der Praxis müssen übersetzer Texte h?ufig mehrfach lesen, um deren Bedeutung zu verstehen und sie übersetzen zu k?nnen.?Im Falle?von uneinheitlich verwendeten?Termini, Synonymen, etc.?müssen übersetzer?Rückfragen stellen, um die Bedeutung zu verstehen.?Dasselbe gilt für?unklare Anweisungen.?Die Bearbeitung von Rückfragen kostet Unternehmen Zeit und Geld. Die Nichtbeantwortung von Rückfragen birgt das Risiko, dass übersetzungen inhaltlich falsch?sind?oder nicht dem?Wording?des Unternehmens entsprechen. In beiden F?llen?sind?nachtr?glich aufw?ndige Korrekturschleifen notwendig, die den übersetzungsprozess verl?ngern und die Kosten erh?hen.??

Einer der Gründe für?eine?schlechtere?übersetzbarkeit ist, dass Texte h?ufig von mehreren Personen geschrieben werden. Diese sind oft „Gelegenheitsredakteure“ oder „Redakteure wider Willen“, da sie eigentlich andere Funktionen im Unternehmen haben. Es fehlt ihnen?oftmals an?Wissen, worauf es beim übersetzungsgerechten Schreiben ankommt.?Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass die Verfasser von Texten?davon ausgehen und?voraussetzen, dass jeder Leser oder übersetzer mit den Themen, Produkten und der Sprache des Unternehmens vertraut ist. Das Ergebnis sind ellenlange?und komplizierte?S?tze mit überflüssigen Füllw?rtern, unbekannten Abkürzungen, Synonymen, unklaren Bezügen?oder?mehreren Handlungsaufforderungen pro Satz.??

Tipps und?Hilfsma?nahmen:?
  • Einheitliche und einfache Satzstrukturen einsetzen (Subjekt – Verb – Objekt)?
  • Logische Reihenfolge einhalten?
  • Relativ kurze S?tze mit einem Nebensatz bilden (10 – 15 W?rter)?
  • Eindeutige Begriffe benutzen (nicht nur ?Ger?t“, sondern ?Messger?t“)?
  • Offizielle Abkürzungen verwenden?
  • Anweisungen einheitlich formulieren (Infinitiv und Imperativ nicht kombinieren)?
  • Abkürzungen und neue Fachbegriffe erl?utern?
  • Synonyme und mehrdeutige Begriffe vermeiden?
  • Auf Füllw?rter verzichten (wie ?nun“, ?doch“…)?
  • Style Guides für Quelltexte?
  • Sensibilisierung und Schulung der Redakteure?
  • Lektorat??

3. Terminologie?

Die Verwendung der vom Unternehmen bevorzugten Terminologie oder des Corporate Wordings ist ein h?ufiger Grund für Reklamationen bei übersetzungen. Oft wird dabei vom Auftraggeber eine fehlende Fachkenntnis des übersetzers als Grund angenommen. Schaut man sich jedoch die Ausgangstexte an, stellt man oft fest, dass auch die verschiedenen Personen, die in einem Unternehmen Texte verfassen (Redakteure, Produktmanager, Entwickler, Marketing-Mitarbeiter etc.), unterschiedliche Terminologie für ein und dasselbe Konzept verwenden.??

Die Mitarbeiter eines Unternehmens m?gen?unter den Begriffen ?Temperatursensor“, ?Temperaturfühler“ und ?Temperatursonde“?alle das gleiche verstehen.?Der?übersetzer jedoch fragt sich, ob hier wirklich unterschiedliche Konzepte gemeint sind, für die in der jeweiligen Sprache unterschiedliche übersetzungen zu w?hlen sind.??

Die uneinheitliche Verwendung von Benennungen kommt nicht nur bei verschiedenen Personen oder Unternehmensbereichen vor. Manchmal werden selbst innerhalb des gleichen Texts verschiedene Benennungen für ein und dasselbe Konzept oder denselben Gegenstand verwendet. Weitere Aspekte im Zusammenhang mit Terminologie sind die Verst?ndlichkeit von Benennungen?und?unterschiedliche Schreibweisen.?

Unterschiedliche Schreibweisen von Fachbegriffen führen dazu, dass ein Satz nicht als?exakte?übereinstimmung erkannt wird.?Sie?ist auch h?ufig die Ursache für eine inkonsistente übersetzung.?

Tipps und Hilfsma?nahmen:?
  • Systematische Terminologiearbeit?
  • Terminologieprüfung?
  • Lektorat??

4. Nicht übersetzbare Texte?

Viele Dokumente beinhalten nicht zu übersetzende Inhalte. Diese unterscheiden sich je nach Art des Dokuments.??

4.1 Produkt- & Eigennamen?

H?ufig sollen Produkt- und Eigennamen nicht übersetzt werden. Nicht immer sind diese jedoch für den übersetzer erkennbar bzw. wei? der übersetzer nicht, ob er sie übersetzen oder adaptieren soll. Um diese Texte für den übersetzer als nicht übersetzbar zu kennzeichnen, k?nnen Produkt- und Eigennamen mit einer speziellen Formatierung oder Auszeichnung versehen werden. Die so gekennzeichneten Texte k?nnen dann von übersetzungstools automatisch geschützt werden, so dass sie für den übersetzer nicht bearbeitbar sind.?

4.2 Platzhalter, Variablen und Codes?

Platzhalter, Variablen?und Codes sind typisch für Softwaretexte.?Ausdrücke?wie %1, $2, ERROR_TYPE, <script> etc.?dürfen in der übersetzung nicht ver?ndert werden. Standardm??ig sind diese jedoch in übersetzungstools bearbeitbar. Falls Platzhalter oder Variablen w?hrend der übersetzung ver?ndert werden, kann dies zu Fehlfunktionen in der Software führen.?Je nach Gr??e der Software und Umfang der Texte sind diese Fehler im Nachhinein nur mühsam auffindbar.?Mit Hilfe?einer?Liste der Platzhalter, Variablen und Codes oder?Beschreibung?der?zugrunde liegenden Textmuster kann?das?übersetzungstool so?eingerichtet werden, dass die Ausdrücke geschützt und für die Preiskalkulation nicht berücksichtigt werden. Au?erdem k?nnen übersetzungstools diese Ausdrücke dann auch automatisch prüfen, so dass gew?hrleistet werden kann, dass sie in der übersetzung korrekt übernommen werden.?

4.3 Fremdsprachige Texte?

Sind?die?Dokumente mehrsprachig angelegt,?ist darauf zu?achten, dass die verschiedensprachigen Inhalte unterschiedlich ausgezeichnet sind. Ist dies nicht der Fall, k?nnen übersetzungstools diese nicht automatisch erkennen. Bei der Bestimmung der Textmenge und Erstellung des Angebots werden die Texte dann entweder mitgez?hlt oder müssen vorher mühsam manuell ausgeschlossen werden. Dies führt zu Mehraufwand und Kosten für die Dateivorbereitung.?

Tipps und Hilfsma?nahmen:?
  • Schulung der Redakteure,?Grafiker?und?Entwickler?
  • Style Guide für übersetzer

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Marija Sperlich
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